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SMD Tower vs. SMD Box: Welches System passt zu Ihrer Linie?

SMD Tower ist der Gattungsbegriff für vollautomatische Bauteil-Lagertürme; SMD BOX ist die Neotel-Produktfamilie dieser Gattung — vom kompakten Einstiegsturm bis zum Zentrallager für zehntausende Rollen. Wer „SMD Tower“ vergleicht, vergleicht also Bauformen und Ausbaustufen: Einzel- oder Mehrrollen-Handling, Standalone oder Inline, Normalklima oder Trockenatmosphäre. Dieser Leitfaden ordnet die Bauformen und zeigt, welcher Turm zu welchem Fertigungsprofil passt.

Stand: 16. Juli 2026 · Verfasst vom Neotel-Engineering-Team, Berlin · Über Neotel Technology Europe

Was alle SMD Tower gemeinsam haben

Unabhängig vom Hersteller teilt die Gattung vier Eigenschaften: geschlossenes Gehäuse mit internem Handlingsystem (kein Handkontakt im Lager), Echtzeit-Bestand auf Rollenebene, Ein-/Ausgabefach als einzige Schnittstelle zum Werker und eine Software-Anbindung an ERP/MES. Die Unterschiede — und damit die Kaufentscheidung — liegen in Durchsatz, Kapazität, Gebindespektrum und Klimafunktion.

Die Bauformen im Überblick

BauformPrinzipPasst zuSMD BOX Modell
Kompaktturm (Einzelrollen)Eine Rolle je Handlingzyklus, kompakte StellflächeEinstieg, Einzellinie, dezentraler PufferSISO
Mehrrollen-TurmMehrere Rollen je Zyklus, Batch-Auslagerung ganzer RüstungenHigh-Mix, hoher Rüstdurchsatz, zentrales KittingMIMO / DUO
Hochkapazitäts-/ZentrallagerVerkettete Module, zehntausende Stellplätze, AGV-AndockungWerkslager, mehrere Linien, Lights-Out-MaterialflussXLR
Inline-TurmDirekt an der Linie, versorgt die Bestückung im TaktLinienversorgung ohne ZwischentransportBOXi
Trockenlager-Turm (MSD)Lagerung in Trockenatmosphäre unter 5 % rF plus Floor-Life-TrackingMSD-Bestand nach J-STD-033, regulierte BranchenMSD
Mischformat-TurmRollen, Trays, Stangen in einem GerätBreites Gebindespektrum, THT-AnteileHYBRID / XLC
All-in-OneRegistrierung, Lagerung und Zählung integriertKompletter Wareneingang-bis-Lager-Prozess in einem FootprintONE
Praxis-Hinweis: Kaufentscheidend ist selten die maximale Stellplatzzahl, sondern der Auslagerungs-Durchsatz zur Rüstspitze: Wenn morgens drei Linien gleichzeitig umrüsten, muss der Turm die Batches aller drei Aufträge rechtzeitig bereitstellen. Fragen Sie nach Rollen pro Stunde im Batch-Betrieb — nicht nur nach Kapazität.

Auswahl nach Fertigungsprofil

Einzellinie, erster Automatisierungsschritt

Ein Kompaktturm ersetzt das Suchregal neben der Linie: Echtzeit-Bestand, keine Fehlgriffe, kleiner Footprint. Wachstumspfad: weitere Türme oder Umzug des Bestands in einen Mehrrollen-Turm, wenn das Auftragsvolumen steigt.

High-Mix-EMS mit täglich vielen Rüstwechseln

Hier zählt Batch-Kitting: Ein Mehrrollen-Turm lagert die Materialliste des nächsten Auftrags mannlos aus, während die Linie noch produziert — die Grundlage für Offline-Rüsten. Ergänzend puffern intelligente Racks Exoten und Sonderformate.

Mehrere Linien, zentrales Werkslager

Verkettete Hochkapazitätsmodule bündeln den Bestand; AGV/AMR übernehmen den Transport zur Linie (AGV-Integration). Ab dieser Stufe ist die Software-Ebene wichtiger als die Mechanik: Auftragsplanung, Priorisierung der Rüstspitzen, Traceability über alle Module.

Regulierte Fertigung mit MSD-Anteil

Der Trockenlager-Turm vereint Lagerung und J-STD-033-Konformität: Trockenatmosphäre, Expositionszeit-Erfassung pro Rolle, Audit-Reports. Details im Beitrag J-STD-033 Trockenlagerung.

Worauf Sie im Lastenheft achten sollten

  • Durchsatz zur Rüstspitze (Rollen/Stunde im Batch) und Verhalten bei Parallelaufträgen.
  • Gebindespektrum: Rollendurchmesser und -breiten, Trays, Stangen, JEDEC-Magazine — heute und in drei Jahren.
  • Klimafunktion: Brauchen Sie MSD-Trockenlagerung im Turm oder genügt ein separater Trockenschrank?
  • Schnittstellen: ERP/MES-Standardanbindung statt Individualprojekt — siehe SMF Integration.
  • Erweiterbarkeit: Module nachrüstbar? AGV-Andockung möglich? Ein Turm ist eine Zehn-Jahres-Entscheidung.
  • Ein Bestand für alles: Turm, Racks und Trockenschrank müssen denselben Echtzeit-Bestand führen — sonst entsteht ein digitales Silo pro Gerät.

Welcher Turm passt zu Ihrer Linie?

Nennen Sie uns Rollenbestand, Rüstwechsel pro Tag und Gebindespektrum — wir schlagen die passende SMD BOX Konfiguration vor, inklusive Durchsatzrechnung zur Rüstspitze.

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Häufig gestellte Fragen

Ist „SMD Tower“ ein Markenname oder ein Gattungsbegriff?

Ein Gattungsbegriff: Er bezeichnet vollautomatische Bauteil-Lagertürme generell, unabhängig vom Hersteller. SMD BOX ist die Neotel-Produktfamilie innerhalb dieser Gattung — mit Modellen vom kompakten Einzelrollen-Turm bis zum verketteten Zentrallager.

Wie viele Rollen fasst ein SMD Tower?

Je nach Bauform von einigen hundert Rollen im Kompaktturm bis zu zehntausenden Stellplätzen in verketteten Hochkapazitätsmodulen. Wichtiger als die Maximalkapazität ist der Auslagerungs-Durchsatz zur Rüstspitze und das unterstützte Gebindespektrum (Rollendurchmesser, Trays, Stangen).

Kann ein SMD Tower auch Trays und Stangen lagern?

Mischformat-Bauformen ja: Sie nehmen Rollen, Trays und Stangen in einem Gerät auf und führen sie im selben Bestand. Reine Rollen-Türme sind auf Reel-Handling optimiert und dafür schneller beziehungsweise dichter gepackt — das Gebindespektrum gehört deshalb ganz nach vorn ins Lastenheft.

Was unterscheidet einen Inline-Turm von einem zentralen Lagerturm?

Der Inline-Turm steht direkt an der Bestücklinie und versorgt sie im Produktionstakt — kurze Wege, kein Zwischentransport. Der zentrale Turm bündelt den Werksbestand und bedient mehrere Linien, typisch kombiniert mit AGV-Transport. Viele Konzepte nutzen beides: zentral lagern, inline puffern.

Brauche ich für MSD-Bauteile einen eigenen Trockenlager-Turm?

Wenn ein relevanter Bestandsanteil feuchteempfindlich ist (MSL 2a und höher), ja: Ein Trockenlager-Turm hält die Bauteile nach J-STD-033 unter 5 Prozent relativer Feuchte und protokolliert die Expositionszeit pro Rolle automatisch. Bei kleinem MSD-Anteil genügt ein separater Trockenschrank neben dem Standard-Turm — beide sollten denselben Bestand führen.

Wie wird ein SMD Tower an ERP und MES angebunden?

Über eine Integrationsschicht mit Standard-Schnittstellen: Das ERP liefert Bestellungen und Stammdaten, das MES beziehungsweise die Bestückplanung fordert Rüstungs-Batches an, der Turm meldet Bestände und Bewegungen zurück. Entscheidend ist, dass Turm, Regale und Trockenschrank über dieselbe Schicht sprechen — ein Bestand, eine Traceability-Kette.